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Alt 18.01.2012, 10:59   #1
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Pfeil Gitarrenhersteller Gibson will Naturschutzgesetz kippen

Gitarrenhersteller Gibson will Naturschutzgesetz kippen

Unter den Käufern des auf Madagaskar geschlagenen Holzes ist der berühmte Nobelgitarrenbauer Gibson aus Nashville, USA. Bei Durchsuchungen der Firma haben die amerikanischen Bundesbehörden Tropenhölzer, daraus hergestellte Gitarren und Lieferdokumente beschlagnahmt. Das Eben- und Palisanderholz soll aus illegalem Einschlag auf Madagaskar stammen, so der Vorwurf. Quelle und weiterlesen: https://www.regenwald.org/aktion/823?mt=1274

Zitat:
Beim Gitarrenhersteller Gibson wurden aus Madagaskar importierte Hölzer beschlagnahmt. Anstatt die Gesetze einzuhalten, versucht Gibson nun, das Gesetz zu kippen. Lobbyisten und die Tea Party-Bewegung haben schon einen Gesetzesantrag im Kongress eingereicht.

Musiker aus Madagaskar wehren sich dagegen und kämpfen für die Natur ihrer Heimat. Sie haben einen Aufruf verfasst und veranstalten Regenwald-Konzerte.
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Alt 18.01.2012, 18:33   #2
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Sorry, aber der verlinkte Artikel ist ziemlich marktschreierisch und dementsprechend überwiegend vage und unsachlich.
Der Artikel tut so, als sei der Holzeinschlag auf Madagascar generell illegal. Das entspricht aber keineswegs den Tatsachen. Der Einschlag ist laut madagassischem Gesetz lediglich im Nationalpark verboten. Somit wäre/ist einzig der Handel mit dem dort geschlagenen Holz illegal. Es müßte also für jeden einzelnen Stamm der Nachweis geführt werden, daß er in einem geschützten Gebiet gefällt wurde. Dies ist in der Praxis schlechterdings möglich, zumal die von den madagassischen Exporteuren beigebrachten Ursprungs- und Exportdokumente "sauber" sind. Selbst beim besten Willen hätten Importeure, egal in welchem Land sie zuhause sind, so gut wie keine realistische Möglichkeit, die Richtigkeit der erhaltenen Dokumente zu widerlegen oder auch nur zu kontrollieren, zumal die Dokumente offiziell von den madagassischen Behörden abgestempelt sind.

Um keine Mißverständnisse entstehen zu lassen: ich bin sehr für einen Schutz der Wälder in einem sinnvollen Umfang, welcher einer ausgeglichenen Bilanz zwischen nachwachsender und Einschlagmenge Rechnung trägt. Die notwendigen Regelungen sollten dabei jedoch stets auch realistisch praktikabel sein.
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Alt 19.01.2012, 09:03   #3
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es ist nicht das erste mal, dass gibson in diesen verdacht gerät. passiert ist bisher nicht viel und vermutlich wird auch wieder nichts passieren.

Zitat:
Eine Mafia skrupelloser Tropenholzhändler, darunter die Société Thunam Roger, lässt seit Jahren die Wälder der Insel gesetzwidrig plündern. Selbst Schutzgebiete wie der Masoala Nationalpark bleiben nicht verschont. Hunderte von Containern stapeln sich in Lagerhallen und Häfen, gefüllt mit vom Aussterben bedrohtem Eben- und Rosenholz für den Export. Mit von der Partie ist demnach auch der Hamburger Holzhändler Theodor Nagel. Über Nagel, bei dem Gibson bereits jahrelang tonnenweise Ebenholz aus Madagaskar gekauft haben soll, wurde das geraubte Holz in die USA verschifft.

Ins Kreuzfeuer der Kritik gerät dabei auch der Forest Stewardship Council (FSC). Der Bonner Verein vergibt sein Label für Holz aus „verantwortlicher Waldwirtschaft“. Doch in der Praxis wird FSC von der Holzindustrie dominiert. Lasche Standards, häufige Betrugsfälle und skandalöse Zertifikate sind das Ergebnis. Auch die Gibson-Gruppe hat wohl ihre fünf FSC-Siegel vor allem ihrerengen Verbindung zum FSC und der Rainforest Alliance zu verdanken.
Quelle und weiterlesen: http://bewegung.taz.de/aktionen/gibson/beschreibung

siehe auch:

FSC-Watch: Gibson Guitars fiasco raises new questions about integrity of Rainforest Alliance

http://www.greenaction.de/kampagne/t...im-gitarrenbau
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Geändert von christine (19.01.2012 um 09:08 Uhr).
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Alt 19.01.2012, 11:06   #4
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Moin Christine,

Hmm. Bei allem Respekt, aber soweit mir bekannt ist, gibt es im Zusammenhang mit madagassischem Holz bisher nicht einen einzigen Fall, in welchem zweifelsfrei konkret bewiesen wurde, daß eine Lieferung oder Teile davon illegal eingeführt wurden. Weder gegen Gibson noch gegen irgendwelche Holzimporteure.
Und, sorry, aber ich bin der Ansicht, daß der Rechtsgrundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) auch für die Medien gelten bzw. durch sie angewendet sollte. … Aber dann wäre wahrscheinlich ein großer Teil der Journalisten arbeitslos.…


Der von Dir verlinkte Eintrag bei der TAZ stammt von der Organisation "Rettet den Regenwald", zu denen Du bereits in Deinem Eröffnungsbeitrag verlinkt hattest. Beide Artikel haben also den selben Urheber. Dieser "trommelt" zwar viel, blaibt in seinen Anschuldigungen und Formulierungen aber stets so vage, daß man ihm keinen Strick daraus drehen kann. Dein Zitat ist ein guter Beleg dafür: viele aufbauschende Adjektive aber keine konkreten Fakten.

Und wenn ich lese, daß der FSC ein lasches Regelwerk habe und von der Holzindustrie dominiert werde, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob ich weinen oder lachen soll ob solcher absurden Aussagen. Wer mit FSC zu tun hat und sich mit deren Regelwerk beschäftigt bzw. es in der Praxis befolgen muß, wird zumindest vollkommen anderer Ansicht sein.

Wie gesagt: wenn es auf Madagaskar kriminelle Holzfäller und/oder -exporteure gibt, die in geschlossenen Wäldern illegal Holz einschlagen oder -exportieren, dann muß mit aller Konsequenz gegen sie vorgegangen werden. … Dabei sollte aber auf/in Madagaskar angesetzt werden und nicht bei den Käufern des Holzes, solange diese in ihrem Verantwortungsbereich gesetzestreu handeln.
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