Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt ein Wort über Googles “Native Client” verlieren soll; zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Gefühlsmäßig würde ich sagen: Erst einmal irrlevant, die Technologie soll zuerst zeigen, was sie drauf hat.
Native Client ist eine Technologie, die man wohl mit Microsofts ActiveX im Internet Explorer vergleichen kann; oder mit Java Applets im Netscape Browser - er ruhe in Frieden. Jetzt startet Google ein ähnliches Projekt mit dem hauseigenen Chrome-Browser.
Deutlicher Unterschied zu ActiveX: Native Client wird unter BSD-Lizenz bereitgestellt. Aber sind wir ehrlich: Was hilft Open Source, wenn es von einem marktbeherrschenden Unternehmen wie Google dominiert wird? Okay, es bringt Transparenz. Aber an dem grundsätzlichen Problem, dass Software-Code auf lokalen PCs ausgeführt wird, ändert das nicht viel. Auch deshalb hat sich ActiveX nur in ganz wenigen Bereichen (z.B. Online-Virenscan) durchsetzen können.
Schon ist die Rede vom ultimativen WebOS, der Erfüllung der Netscape-Vision. Man mag mich als typisch deutschen Miesmacher beschimpfen - aber irgendwie habe ich das schon ein paar mal gehört und es ist nie etwas daraus geworden. Wenn Native Client eine Chance hat, dann nur, weil das mächtige Google-Imperium ein wichiger Player im Internet-Markt es vorantreiben will.
So, jetzt habe ich meine Pflicht getan, das Thema angesprochen. Mehr will ich darüber erst einmal gar nicht nachdenken. Oder sollte ich? Und wenn ja, warum?
Tags: ActiveX, Chrome, Google, Internet Explorer, Java Applets, Native Client, Netscape
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